Alela Diane – Who’s Keeping Time?

Dass der Frühling kommt, merkt man in unseren Breitengraden auch ohne Kalender oder Uhr. Man braucht nur seine Sinne, um das Spriessen, Grünen, Strecken und Wachsen zu registrieren, das in jenen Tagen passiert. Wenn Alela Diane zu ihrem Stück «Spring Is a Fine Time» ansetzt, glaubt man also zu wissen, was kommt. Allein, Diane stammt aus einer Gegend in Kalifornien, die  nmittelbar an die Wüste von Nevada grenzt. Und im schier unendlichen Sand haben die Jahreszeiten eine andere Bedeutung als bei uns. Dort, in der rötlich glühenden Hitze, ist immer alles gleich – und von Spriessen und Wachsen keine Spur. Nevada ist das Reich der Geier und Skorpione, der Marlboro-Männer und anderer Gefährten des Todes. Und deshalb führt Dianes Songtitel in die Irre. Im Nachsatz singt sie nämlich: «Spring is a fine time to die». Der Frühling, eine gute Zeit zum Sterben. Es sind Doppelbödigkeiten wie diese, die Dianes Arbeiten von denen anderer Country-Songschreiber unterscheiden. Es geistert eine Lakonie durch ihre Texte, die der süssen Western-Romantik ihrer Gitarre auf meisterhafte Art entgegenläuft – und auch dieses neunte Studioalbum gelingen lässt. cmd.
 
Loose Music

Youtube: https://youtu.be/rrXZK6Qc-6E?si=Dj1buGOOZmQTnvFI

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