Die Akkordeon-Landler-Punks sind wieder da. Anfang der 90er-Jahre waren Markus Binder und Hans- Peter Falkner mit ihrem Debüt «Pflug» und ungestümen Songs im Drum-Akkordeon- Format mit Elektro und anderen Einspielungen fast schon revolutionär. Die minimalistisch- dadaistischen Songs zwischen Volksmusik, Folk, Landler, Rap und Punk waren ungemein erfrischend, die Liveshows von Attwenger damals schlicht umwerfend. 35 Jahre später macht das Duo immer noch Spass und zeigt nach wie vor Haltung. «Wos» heisst das neue Werk des immer noch in Mundart singenden Duos aus Linz. In der ersten Single «Sozialismus in Discos» fordern sie einen «starken, entspannten Sozialismus, allgemeinen Feminismus, weniger Strass, einen gscheiden Algorithmus und weniger Nationalismus» – das alles ohrwurmig im Akkordeon- Drum-Set verpackt. Der Song «Entnazifiziert» fängt mit der Drumpassage des 70s-Hits «Ballroom Blitz» der Glamrocker Sweet an und stellt dann fest, dass die Entnazifizierung nie wirklich stattgefunden habe, weil sie nie interessiert habe. Andere Songs werden mit elektronischen Momenten und Einspielungen aufgepeppt. Hübsch ist auch das Wortspiel «am Handy hängen ». Und beim Song «Feministische Gstanzeln» wird alles umgedreht: die «Mauner » (Männer) bekommen u.a. nur noch den halben Lohn und dürfen auch nicht wählen. tb.
Trikont
Youtube: https://youtu.be/ydezX-DfTwU?si=_KCZWp1iodkC3WUG
