Eine Subtilität so kraftvoll und innig, so komplex und verspielt, bringt nur eine Band zustande, deren Mitglieder mit telepathischer Sensibilität aufeinander einzugehen vermögen. «Everything» springt einen nicht auf Anhieb an wie der Ohrwurm von einst. Aber die Magie dieser Lieder baut nicht auf «instant». Vielmehr bezieht sie ihre Kraft von filigran gestrickten Gesangsmelodien, in Arrangements, die prall gefüllt sind mit feinen Überraschungen – verstärkt übrigens durch die warmen Klänge vom Streichquartett Amours Sur Mars, mit dem man auch schon live aufgetreten ist. Und dann natürlich aus der Stimme von Janine Cathrein und ihren Liedern, die sich, inspiriert und notwendig gemacht durch den Tod ihres Vaters, ums zyklische Wogen des Lebens drehen. «Ich habe kein Album gemacht », sagt sie. «Ich habe einen Ort gebaut, um diese Trauer auszuhalten.» Ein herrliches Album, das wie der schönste Blues tieftraurigen Themen erhebende Musik abringt. hpk.
