Blind Yeo – The Lemoine Point

Die Grafschaft Cornwall im untersten südwestlichen Zipfel von England gefällt dank pittoresker Küstenlandschaft und einem freudvoll exzentrischen Lokalgeist. Das zeigt sich unter anderem darin, dass da und dort noch immer das alte Kornisch gesprochen wird, dass das einzigartige Licht von St. Ives immer wieder Künstler angezogen hat Entsprechend eigenwillig sind die musikalischen Qualitäten des Landes. Blind Yeo sind so etwas wie die Lokalcombo des Hafenstädtchens Falmouth, das nicht zuletzt dank den Studierenden der Kunstschule eine ganz besondere Atmosphäre geniesst. Formiert von Will Greenham und Anoushka Helm, gehören dem Kollektiv noch weitere sieben Musikanten an. Frühe Singles auf dem ähnlich gei tesverwandten schottischen Lost-Map-Label sprühten vor anarchistischem Gusto, das Debütalbum legt nun eine etwas disziplinierten Ansatz an den Tag. Schon der Start ist ziemlich unwiderstehlich: ein Caartiger Groove, eine Gesangsmelodie, die kaum je vom gleichen Ton abweicht, repetitive Liedfetzen und unterspielt krachende Gitarrenriffs und -soli ergeben zusammen eine stildefinierende, hpynotische Ode an «Today/Tomorrow». In der Tat schaffen Blind Yeo das Kunststück, hochkarätige Psychedelik zu servieren und dabei nicht den leisesten Hauch von Nostalgie anklingen oder gar aufkommen zu lassen. (hpk)

Bongo Joe Records
 

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.