Elanor Moss – The Knife, The Needle

Wer das Debüt von Elanor Moss hört, zweifelt nicht daran, dass diese einst mittelalterliche Literatur studierte. Zeitgleich begann sie, mit selbstgeschriebenen Liedern an Open-Mic-Events aufzutreten. Jetzt veröffentlicht die Britin ihren ersten Longplayer «The Knife, The Needle». Allerdings tat sie sich zu-nächst schwer mit diesem. Das lässt sich etwa daran ablesen, dass die Singer/Songwriterin versuchte, die neun Stücke in ein spritziges Korsett zu stecken – nur um die Aufnahmen wieder zu verwerfen. Beim zweiten Anlauf entschied sich die Künstlerin für eine sparsamere und intimere Klangversion. Mit dem Resultat, dass die Musik auf «The Knife, The Needle» von der akustischen Gitarre geprägt und von Violine, Flügelhorn oder Kontra-bass unterstützt wird. Im Mittelpunkt steht der Gesang von Moss, der selbst dann zärtlich bleibt, wenn sie im grazilen «Louise» mit ihren Worten deutlich wird: «I’m still your daughter’s daughter/Your daughter’s still insane». «Again, My Love» steht zur eigenen Verletzlichkeit, während «Sarah Waiting in the Car» nachspüren lässt, wie eine Beziehung in die Gewalt abrutscht. Egal, worum sich ihre Folk-Psych-Tracks auch drehen, gelingt es Moss, diese stets mit so viel Gelassenheit vorzutragen, dass man nicht anders kann, als gebannt zu lauschen. (mig)
 
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