Feeo – Goodness

Augenblicke bevor der Tod eintritt, wogt ein letztes Mal die Seele. Spült aus der Tiefe der Erinnerung scheinbar zufällige Bilder ans Ufer der Zeit. Es sind Bilder, die leuchten, brennen, kitzeln, schmerzen, weil sie einst eine Bedeutung hatten für jemanden, der einst einen Namen hatte. Und der nun erlischt. Das Licht geht zurück, flackert schon. Aber die Farben, sie sind noch da. Die Töne verhallen, aber noch klingen sie. Klingen wie die Stücke, die die Londoner Künstlerin feeo auf ihrem ersten Album versammelt hat. Es sind Fetzen von Liedern, Reden, Kompositionen, die, lose aneinandergereiht, durch das Nichts wabern und stets in der Dunkelheit zu verschwinden drohen. Überstrahlt wird das alles von einer warmen, hellen Stimme. Diese Stimme ist «Goodness»: Güte. Sie ist Musik, ist Leben für die vierzig Minuten, die uns bleiben, bevor die Wellen schliesslich verebben. Vierzig Minuten, unterteilt in elf Stücke. Wie Ausschnitte aus etwas, das eben noch ein Ganzes war – und nun langsam zerrinnt. Bis nichts mehr davon übrig ist als ein Sandkorn, gleich jedem anderen. An einem langen, langen Strand. cmd.

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