H E X – II

Humus Records ist bekannt für spannende Bands weitab vom Mainstream. Da ist es bemerkenswert, wenn Leute vom Label HEX als «super edgy» bezeichnen. Wir lassen uns aber nicht abschrecken. Das Genfer Quintett um den Schlagzeuger und Tontechniker Vincent Hänggi gibt es seit 2011, das Debütalbum erschien 2017, nun folgt das Zweitwerk. Nicht nur mit ihren Veröffentlichungen lässt sich die Band Zeit, auch ihre Stücke dauern lang. Die vier Songs hier entwickeln sich über sieben bis elf Minuten in repetitiven Mustern. Die Drums treiben vertrackt und hochpräzis, die Bässe drücken, die Gitarren schichten Texturen drüber und schreddern auch mal ordentlich. Keyboards sorgen für Weite, in der sich der Hörer verlieren kann und darüber sinnieren, welche Einflüsse hier zusammenkommen. Unsereiner hört elektronischen Postpunk, das Kreiseln von Postrock-Bands und das Schleifen von No- Wave-Truppen, der Gesang erinnert die ätherische Ästhetik von 4AD-Acts. Am Mikrofon steht nun Léa Martinez statt Laure Betris und bringt eine neue Stimmfarbe ein, was aber nichts daran ändert, dass HEX im Grunde wie eine Instrumentalband funktionieren. Wer gerne in dunkle Klanglandschaften eintaucht und es verträgt, wenns rüttelt und schüttelt, wird hier anständig bedient. ash.

Humus Records

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