Half Japanese – Adventure

Veröffentlicht der eine Velvet-Underground-Fan Jonathan Richman demnächst ein Album, so steht dem auch der andere, Jad Fair, in nichts nach. Selber inzwischen eine Kultfigur wie Richman ist auch der 71-Jährige, der Mitte der 70er mit seinem Bruder David im gemeinsamen Bedroom in Maryland an der Ostküste Half Japanese gegründet hatte. Zwischenzeitlich tourten Half Japanese auch mit der legendäreren Velvet-Drummerin Mo Tucker durch die Lande. Jad Fairs Band steht für Lo-Fi- Songs, Proto-Punk, schrammelige Gitarrensounds, aber auch für experimentellen Pop. Half-Japanese-Platten sind nie langweilig und ändern auch immer mal wieder die Richtung, manchmal mitten im Song. Jads Stimme quäkt heute nicht mehr so wie früher, wie ich herauszuhören glaube. «Lemonade Sunset» ist seine Ode an die Welt der Wunder, war zu lesen, er habe Louis Armstong und Syd Barett im Ohr gehabt. Und generell gilt: «All of our albums are meant to be joyful. I have a good life and I’m thankful for it.» «That’s Fade» kommt mit Jazzgetröte, «Beyond Compare» erinnert an The Fall ohne deren Pessimismus. «Possibilities» ist Indiepop, «Stars Don’t Lie» Indierock mit «Eisbär»-Saxophon. Überschattet wird der Release durch den Tod des langjährigen Mitglieds und Freundes Mick Hobbs, der bei einigen Songs Gitarre spielt, aber im vergangenen Jahr leider gestorben ist. tb.
 
Fire Records

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