Kadavar hatten sich einen sehr soliden Status in der Stoner- und Doom-Szene erspielt. Dann kam Corona, und auf einmal fiel Licht auf ihre schwarzen Schwarten. Jetzt wird es farbig, statt Sabbath-Schwere regiert Beatles-Psychedelik. Ist ja Ozzys Lieblingsband. Und wie gut das schon im super catchy Opener klingt, den eine spiralige Gitarre über eine lange Effektgerätekette in Britop-Sphären schraubt! Die Songs sitzen und der Sound auch, woran Produzent Max Rieger von Die Nerven seinen Anteil haben dürfte. Dass neuerdings ein zweiter Gitarrist mitmusiziert, erweitert die Möglichkeiten zusätzlich, und vermutlich wirken auch die psychedelischen Pommes Frites, die in «Hysteria» besungen werden. Dieser Song zeigt auch, dass Kadavar noch immer tief graben und gewaltige Massen umschichten können. Aus dem Leben der Berliner Band gegriffen scheint «Sunday Morning», wenn der Sänger auf dem Heimweg stoned sinniert, dass er es noch nie ins Berghain oder in die Kirche geschafft habe. Also begleitet man ihn «Until the End», zu diesem kaleidoskopenden Ausklang, in dem Kadavar durch Erdbeerfelder schlendern, sich in die Lüfte heben und dann dicke Zylinder drunter packen, um mit gebremstem Schub hinaus ins All zu stossen. Ein Trommelwirbel. Und Schluss. ash.
Clouds Hill/Warner
