Krallice – Scour Order

Flackernde Gitarren, elastischer Bass, heftig pumpende Drums – dann wird abgetaucht in einen eisernkalten Ozean ausrasender Riffdissonanz, der verwirren und quälen will, bis er plötzliche Momente majestätischer Gewichtigkeit hervorspült. Ein Brüllen durchschneidet kaum die dichte Schwärze. Immer hektischer wird der Track, und als er zu bersten droht: eine letzte herrische Gitarrengeste. «Agonal Shining» heisst das Stück, das das sechzehnte Krallice-Album eröffnet. Sofort erkennt man die Signatur der technisch hochgradig versierten Black-Metal-Band: Was erst wie Chaos klingt, erweist sich als äusserste Präzision.
Krallice zu hören, ist immer, wie eine hochentwickelte Maschine aus einer anderen Welt zu untersuchen. Man ahnt, dass jedes kleinste Teil eine genau definierte Funktion erfüllt, doch gehorcht das Gerät Gesetzen jenseits unseres Verständnisses. Für die einen wird sich das wie Hausaufgaben anfühlen, andere werden vollständig der fremdartigen Faszination erliegen.
Und nach einem Album voller gefährlicher Tempi und spitzer Winkel schliesst sich das Ganze mit der wuchtigen Midtempo-Monstrosität eines Titel-tracks: grotesk schillernd, tiefdunkel, opak. So könnte sich ein Gang durch H.P. Lovecrafts versunkene Albtraumleichenstadt R’lyeh anfühlen. (neu)
 
Bandcamp

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