Mannequin Pussy – I Got Heaven

Fünf Jahre nach ihrem Durchbruch legen Mannequin Pussy nach. Das letzte Album, «Patience» aus dem Jahr 2019, war eine Herzschmerzplatte ohne Wehleidigkeit dringlich, laut, aber auch humorvoll und euphorisch mitreissend. Auf das Trennungsalbum folgt nun ein noch besseres über die Widersprüche und Nuancen eines aktiven Singlelebens. Heftigkeit des Begehrens, Neugier auf Begegnungen, die Verletzlichkeit in der eigenen Lüsternheit und die sexistischen Erwartungen, die Frauen dabei zugemutet werden bilden den Kern von «I Got Heaven». Den dazugehörigen Sound hat die Band in den zehn Jahren ihres Bestehens verfeinert: voll klingender, selbstgewisser Indie-Rock, in dem sich oft im gleichen Lied poppige Volten und Hardcore-Wucht kreuzen; exaltiert röhrende Gitarrenverzerrung, die an die Glanztage von Grunge und Alternative Rock gemahnen; erlesenes Songwriting, das erst eingängig-direkt wirkt und auf den zweiten Blick Raffinesse preisgibt. Dazu hat die Band den Schneid, gleich im ersten Song mit einer Line wie «What if Jesus himself ate my fucking snatch?» anzuklopfen. Ein aufmüpfiges Album, das vor Vitalität schimmert, das Laune macht, gerade wo es sich auf schwieriges Terrain wagt. neu.

Epitaph

 

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