Wow, eine geile neue Punkoder- so-Band, schoss mir durch den Kopf, als «Unpopular Parts of a Pig» aus den Lautsprechern polterte. Dann recherchierte ich und erkannte: Oops, nein, das ist ja eine geile alte Band – «The World Is Still Here and So Are We» ist Mcluskys erstes Album seit 2004. Es hat aber die Frische und Dringlichkeit eines Debüts. Das Trio aus dem walisischen Cardiff röhrt und kracht und wütet zwischen Punk, Posthardcore und Noise, die kurzen Songs sind eigenwillig, schräg, verblüffend, immer aber stillsicher gebaut, Andrew «Falco» Falkous’ Texte und Gesang sind zornig und absurd, verzweifelt und sarkastisch. Höhepunkte gibt es zuhauf, «Chekhov’s Guns» etwa mit seinem Ruckelbeat und ungeschlachten Gitarrenriffs, das zynische, verschleppt treibende «People Person» oder «Kafka-esque Novelist Franz Kafka», das einen frenetischen Bass und rasende Riffs mit einer ohrwurmigen Melodie paart. Ob man «The World Is Still Here and So Are We» für ein Debüt hält oder als Alterswerk hört, spielt keine Rolle: Es ist das resolut zeitgemässe, klasse Album einer resolut gegenwärtigen, klasse Band. cg.
