Würde man Bands mal in nur zwei unterschiedliche Arten einteilen, könnte man etwa sagen: Es gibt solche, die eher wie Marktschreier auf sich aufmerksam machen, und andere. Auch wenn die Realität natürlich viel komplizierter ist, gehören The Beths aus Auckland (NZ) dabei bestimmt zur zweiten Gruppe. Beim vierten Album der Indierock-Band kommt es einem jedenfalls so vor, als würden die vier Musiker:innen einfach auf ihr Können und ihre Qualitäten vertrauend hinter ihrem sorgfältig gedrechselten Handwerk sitzen und sich freuen, falls es jemandem gefällt. Wenn nicht, Pech. «Straight Line Was a Lie» wurde zudem vom Gitarristen Jonathan Pearce selbst aufgenommen und abgemischt, während Elisabeth Stokes (Gesang und Gitarre) wieder Texte und Songwriting beisteuerte. Dazu kommen die äusserst solide Rhythmusgruppe mit Ben Sinclair (Bass) und Tristan Deck (Drums) und die herausragenden mehrstimmigen Hintergrundgesänge aller. Stokes verarbeitet in den Songs oft Persönliches, etwa ihre Erfahrung mit Antidepressiva, oder sie wirft Fragen auf wie: Was bedeutet es, zu fühlen, zu lieben, zu trauern usw.? Daraus entstehen täuschend einfache Texte und eine Platte, die auf den ersten Blick etwas geschliffen wirken mag, auf den zweiten aber durchaus ihre Kraft entfaltet. sv.
Live: 13.10., Plaza, Zürich
