Was 2017 zunächst als Soloprojekt von Etienne Quartey-Papafio angedacht war, ist mittlerweile zu einem fixen Quartett herangewachsen – benannt nach dem College jener Londoner Universität, an welcher der Frontmann seinen allerersten Auftritt hatte. Obschon die vier Musikerinnen und Musiker früher so unterschiedlichen Genres wie R’n’B, Techno oder Punk huldigten, frönen sie jetzt gemeinsam dem Shoegaze-Sound, ohne ihre Alternative-Rock- Wurzeln zu verraten. Mit ihrem zweiten Longplayer, «Sunlight Echoes», beweist die Formation, dass sie hör- und spürbar gereift ist und neuerdings auch einen Hang zu direkteren Liedstrukturen und zum Dream Pop entwickelt hat. Was der Band ziemlich gut ansteht. Die zehn (oft sozialpolitisch angehauchten) Lieder sind geprägt von verschwommenen Atmosphären und Melodien, die zum Bittersüssen neigen, aber immer auch Hoffnung durchschimmern lassen. Zu den Highlights gehören Lieder wie «Songbird», das mit geschichteten Gitarren und durchaus schwülstigen Synthie-Sounds gefüllt, das unablässig treibende «Glance» und «Mirrors», das sich gleichermassen auf Emo und Hardcore beruft. Es ist wohl keine Musik, die sich auf Anhieb erschliesst, aber eine, bei der sich wiederholtes Hören bezahlt macht. Sehr sogar. mig.
Sonic Cathedrals
