Pflichttermine

Halt auf Verlangen mit Mama Jefferson

An Pfingsten gehts traditionsgemäss in die Berge. Erst mit der Bahn nach Engelberg, von dort dann per Globi-Bus zum Festgelände beim Gasthaus Grünenwald. Dort gibt es alles, was das Festivalbesucherherz begehrt: Zeltplatz, jede Menge Musik, ein Experten-Quiz, Bier aus der Zentralschweiz und neuerdings auch Polenta. Aus aktuellem Anlass dürfte heuer wohl auch eine Schweigeminute eingelegt werden – für den unlängst verstorbenen Wiglaf Droste, der hier oben bei einer frühen Austragung kurz nach der Jahrtausendwende seine unsterblichen Texte vortrug. In diesem Jahr sorgen Mama Jefferson aus Winterthur für einen wuchtigen Höhepunkt. Die Band um Frontfrau Vanja Vukelic präsentiert ihr aktuelles Album «Jizzmag» – kaltschnäuzig rockend, versteht sich. Das ganz grosse Finale bestreiten dann die Hausherren: Jolly & the Flytrap treten in leicht erneuerter Besetzung an, nun verstärkt um Roger Greipl von den Aeronauten am Saxofon und Emilio Parini an der Posaune. Die Kerntruppe musiziert seit nunmehr 34 Jahren. Unbeirrt – und unerreicht. (amp)
8./9.6., Gasthaus Grünenwald, Engelberg


B-Sides mit Kate Tempest

Das Leben kann einem einige Fallen stellen und einem falsche Jobs oder falsche Liebhaber oder schlechte Drogen bescheren. Und Geld verdienen muss man ja auch in dieser unerbittlichen Gegenwart. Hier kommt nun Kate Tempest zum Zug. Die Londonerin wird pünktlich zu ihrem einzigen Schweizer Gastspiel auf dem Luzerner Sonnenberg ihr Album «The Books of Traps and Lesson» veröffentlichen, und wer es hört, wird neben Furor auch Trost und Kraft zum Überleben finden. So, wie auch das B-Sides immer auch ein aufbauendes Programm hat. Dies trifft nicht unbedingt auf die grossartigen Stahlberger zu, die auf dem aktuellen Album «Dini zwei Wänd» am liebsten Verschwinden möchten. Aber mit Sicherheit auf die Mauskovic Dance Band, die eine fantastische kosmische Tanzmusik spielt, oder Derya Yildirim, die eben ihr Bongo-Joe-Debüt mit neuen anatolischen Psych-Songs veröffentlicht hat. Und sowieso: Das B-Sides ist ja eines der wenigen Festivals, das sich um die Zukunft sorgt, mit sehr tollem Essen, mit geringen Flugmeilen der Auftretenden – und für mehr Diversität auf den Bühnen. Hier gibts also keine Fallen, sondern wunderbare Wege, die man weiterschreiten sollte. (bs)
13. bis 15.6., Sonnenberg, Kriens; www.b-sides.ch

 

Exklusiv in der Printausgabe

• Entkommen mit A. A. Bondy (1.6., Exil, Zürich)
• Werkschauen mit Joan as a Police Woman (6.6., Bogen F, Zürich)
• Entdecken mit Festi’Neuch (13. – 16.6., Festi’Neuch, Neuchâtel)
• Singend sägen mit Sasebo (El Lokal, Zürich)
• Klimpern mit The Melvins (25.6., Les Docks, Lausanne; 26.6., Rote Fabrik, Zürich)
• Staunen mit Julia Holter (25.6., Kaufleuten, Zürich; 26.6., Südpol, Luzern)

 

Weitere Konzertdaten gibt’s hier.