Pflichttermine

Nachtschicht

 

• 3. bis 5. Juni 2022, Bad Bonn Kilbi
• 4. bis 5. Juni 2022, Halt auf Verlangen «Pfingstfestival», Gasthaus Grünenwald, Engelberg
• 16. bis 18. Juni 2022, B-Sides Festival, Sonnenberg Kriens
• 9. Juni 2022, Gewalt («Gier» Tour 2022), Bogen F, Zürich
• 12. Juni 2022, Gewalt («Gier» Tour 2022), Rössli, Bern

 

Halt mit Schnellertollermeier

Wieder unterwegs sein und Orte besuchen, die man schon viel zu lange nicht mehr – oder noch gar nicht besucht hat: Das geht unbeschwerter als in der jüngeren Vergangenheit. Zumal dann, wenn als Reiseziel das Gasthaus Grünenwald bei Engelberg angesteuert werden soll. Im legendären Haus und auch vor dem Haus findet am diesjährigen Pfingstwochenende das Festival Halt auf Verlangen statt, mit allem, was man sich wünscht. Das ist an einem solchen Ort, an dem die Bands ein- und ausgehen, natürlich in erster Linie die Musik. Dieses Jahr spielen etwa Schnellertollermeier. Das so punktgenau spielende Trio mit Manuel Troller, Andi Schnellmann und David Meier geht auf seinen Erforschungen bis an die Grenzen der Möglichkeiten – und vergisst doch nie das Spielerische und das Tanzende. Auf dem Programm stehen auch die brachialen Chansons von Cyrilov, die abgründigen Mundartlieder von Moder & Sauerland und die mehr als halbvollen Songs von Quince. Zum Schluss? Gibts dann auch den Noise’n’Roll der Japanerinnen von TsuShiMaMiRe. Phänomenal. (bs)
4. – 6. Juni 2022, Halt auf Verlangen, Gasthaus Grünenwald, Engelberg

 

Verlieben mit The Magnetic Fields

Ja, es ist wahr: Stephin Merritt ist mit seiner Band The Magnetic Fields wirklich noch nie zuvor in der Schweiz aufgetreten. Dabei findet sich das definitive Liebesliedopus «69 Love Songs» auch hierzulande in sehr vielen Haushalten. Weil Merritt die Liebe in diesen 69 Liedern in so vielen Zuständen und Absurditäten beschreibt und besingt, am bekanntesten vielleicht in «The Book of Love» oder «I Think I Need a New Heart». Diesem ewig frischen Songzyklus aus dem fernen Jahr 1999 liess Merritt weitere Konzeptalben folgen, etwa das fantastisch verzerrte «Distortion» oder «50 Song Memoir», auf dem er jedem seiner Lebensjahre einen Song widmet. So lustig und selbstreferenziell, aber auch so herzlich singt kaum jemand anderes über die eigene Biografie. Auch deshalb sollte man hin, denn wahrscheinlich wird es nach dem Palace-Konzert wieder ewig gehen, bis The Magnetic Fields eine weitere Runde drehen. (bs)
8.6., Palace, St. Gallen

 

Tram fahren mit The Great Park

Der Name seines Musikprojekts «The Great Park» geht auf den Windsor Great Park zurück, in dem sich Stephen Burch als Teenager oft aufhielt. Nach seinem Studium der Bildenden Kunst in Exeter zog er nach Irland, um auf dem abgelegenen Hof seiner Familie zu leben. Während er darauf wartete, dass seine grossen Ölgemälde trockneten, begann er, mit akustischen Gitarren, einem Klavier, Bambustüren, Besen und Ketten zu musizieren. Später zog Stephen in die englische Küstenstadt Brighton und gründete das DIY-Musiklabel Woodland Recordings, inzwischen lebt er in Fürth. Poetische Lyrics, skurrile Soundscapes, hundsschöne Slow-Fi-Melancholie. The Great Park-Veröffentlichungen sind eigentlich immer Best-of-Alben. Burch liebt Räume mit Echo, Zugreisen, Trams und Girls auf Bikes. Die direkte Tramanbindung Fürth DE – Gessnerallee 11 ZH ist beantragt, die grenzüberschreitenden Gleise werden von der VBZ bald verlegt und
weiss gestrichen (oder vergoldet). Und Girls auf Bikes pedalen zu Tausenden herbei. (alp)
13.6., El Lokal, Zürich

 

B-Sides mit Tirzah

Wie viel Nähe darfs denn sein? Wie viel Intimität auch, zumal an einem Openair-Festival? Das kann überprüft werden, wenn Tirzah Mastin ihre Songs über die Liebe und andere Formen der Freundschaft auf dem Sonnenberg singen wird. Die Londonerin macht das nie übergriffig oder ranschmeisserisch, sondern sie vermisst die tektonischen Verschiebungen und Hoffnungen in unseren gemeinschaftlichen Beziehungen sehr genau. Also besser schweigen und zuhören, und vielleicht die eine oder andere Träne verdrücken. Nicht nur Tirzah wird das B-Sides aufwühlen, sondern auch so viele andere Bands und Auftretende werden dies tun, darunter Irreversible Entanglements, die mit ihrem Strassenprotest-Free-Jazz alle Tore öffnen, The Bug mit brachialem Monster-Dub oder die einrauchenden und doch hellwachen Omni Selassi. Wem das zu heavy ist? Besucht King Pepe und seine Queens am Übergang zwischen Familien- und Samstagabendprogramm, der die Ewigkeit in seinen neuen Songs zur Hölle schickt. Oder man geniesst schlicht die Bergfahrt mit dem Bähnli und das grossartige Essen und Trinken. Bis dahin. (bs)
16. bis 18.6., B-Sides, Sonnenberg, Kriens

 

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